Flüchtlingsprotest: Aufregung um Video

Aufregung sorgt wiedereinmal das Einschreiten der Polizei gegenüber Demonstranten. Anlass der Demonstrationen war die rechtsmäßige Abschiebung von 8 Pakistani, deren Asylantrag abgelehnt wurde. Da ich zum Recht auf Meinungsäußerung, auch im Rahmen von legalen Demonstrationen, stehe, habe ich mir dieses Video angesehen. Es soll den brutalen Übergriff eines Polizisten gegenüber einer Demonstrantin zeigen. Wer es noch nicht gesehen hat: Hier kann man es sich anschaun.

Ich habe dieses Video mir jetzt mindestens 20x angesehen. Und ich sehe immer wieder folgendes:

Es wird ein Polizeiansatz gefilmt. Notwendig wurde dieser dadurch, dass Demonstranten eine Zufahrt blockiert hatten (Quelle: ORF.at). Bei Sekunde 12 überholt eine Dame laufend die Kamera, gefolgt von einem Mann (Sekunde 13) und weiteren Personen. Die Polizei ruft etwas, was leider nicht verständlich ist. Bei Sekunde 15 bleibt die als erste an der Kamera vorbeilaufende Dame am rechten Bildrand stehen und verschwindet dann aus dem Bild. Eindeutig erkennbar ist, dass ein weiteres vordringen nicht gestattet ist – Sekunde 18. Als der Polizist, der eindeutige Gesten machte und auch verbal sich äußerte, an der Dame am rechten Bildrand vorbei war (sie stand zu diesem Zeitpunkt, ein weiteres Eingreifen war daher nicht notwendig) kommt sie wieder ins Bild und sucht offensichtlich eine Lücke, um die Polizeisperre zu umgehen – um nicht zu durchbrechen zu sagen. Bei Sekunde 21 läuft hat sie offensichtlich die erhoffte Lücke gefunden und läuft los. Ein Polizist sieht dies, läuft ihr entgegen und streckt die Hand nach ihr aus. Dann ist die Szene durch eine stehende weibliche Person verdeckt. Ab Sekunde 22 sieht man die Frau stürzen und den Polizisten, der ihr sofort zu Hilfe kommt. Aufgeschlagen ist die Dame mit dem linken Oberarm bzw. Schulter. Das sie sich in Folge des Sturzes auch den Kopf gestoßen hat will ich nicht ausschießen, hatte aber keine große Wirkung – dies erkennt man auch daran, dass sie sich Oberarm und Schulter am Boden sitzend hält.

Das ist, was ich in diesem Video sehe. Daher ärgere ich mich über die Aufregung und besonders die Kommentare gegen den ach so bösen Polizisten.

Die Polizei bekommt den Auftrag einen Bereich von Demonstranten zu räumen. Die Polizisten tun ihre Arbeit. Personen widersetzen sich Anordnungen, versuchen durchzuschlüpfen und werden versucht aufzuhalten. Dabei kommt es zu diesem Unfall. Mehr war es für mich nicht. Wenn ich die Kommentare unter dem YouTube Video lese, frage ich mich, was das soll. Menschen, die darauf hinweisen, dass die Polizisten nur ihre Arbeit getan haben, werden als Nazis hingestellt. So einfach ist es in Österreich, nur eine Meinung gelten zu lassen.

Wir leben in einem Rechtsstaat. Es gibt Gesetze, die eingehalten werden müssen. Egal ob für Österreicher, Ausländer, Asylwerber oder sonst wem. Sorge tragen, dass Gesetze eingehalten werden, fällt nun mal in das Aufgabengebiet der Polizei. Wenn 8 Pakistani kein Asyl bekommen, ihre Anträge abgelehnt wurden und diese dann außer Landes gebracht werden müssen da sie es freiwillig nicht tun – da verstehe ich die Demonstrationen nicht. Und wenn man glaubt, gegen diese nach rechtsstaatlichen Richtlinien gefällten Urteile demonstrieren zu müssen, die Abschiebung verhindern will – OK. Fällt für mich – sofern die Demonstration angemeldet ist – unter ebenfalls rechtsstaatlichem verhalten. Polizeisperren durchdringen zu wollen gehört aber nicht dazu. Es hat schon brutale Übergriffe der Polizei gegen Demonstranten gegeben – hier sehe ich einen Versuch, eine Person zu stoppen, die eine Polizeisperre ignoriert.

Die Argumentation, warum das „arme Opfer“ im Video unkenntlich gemacht wurde, der „böse Polizist“ jedoch mit Rang und Namen – auch wenn „vermutlich“ dabeisteht – genannt wird, sagt mir doch einiges. Siehe Screenshot:

Screenshot

Abschließend noch eine kleine Gedankenauffrischung: Einer dieser Pakistani überfiel am 1. Juni, am 2. Juni und am 5. Juni Taxilenker in Wien. Beim letzten Überfall wurde er vom Taxilenker erschossen.

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