Geschichten über Frauli und Herrli

Hallo Welt!

Ich bins wiedereinmal, Euer Dusty. Jetzt habe ich schon lange nichts mehr von mir hören lassen. Mir gehts echt gut. Mittlerweile bin ich schon über 3 Jahre alt, genieße mein Leben in Gattendorf und lass es mir gut gehen. Jetzt habe ich schon ein paar mal woanders geschlafen, also nicht zu Hause. Das erste mal war in Kärnten, am Weissensee – da waren ganz viele Kolleginnen und Kollegen. Das war schön. Und im letzten Sommer waren wir an der Nordsee – in Dagebüll. Da hatte ich einen Garten. Ausflüge haben wir auch gemacht, neue Tiere habe ich kennengelernt. Schafe – so haben Frauli und Herrli die genannt. Aber heute will ich Euch was erzählen, was Frauli und Herrli so alles mit mir erlebt haben.

Ich fange mal mit dem an, was schon vor einiger Zeit war. Im September war es. Frauli und ich sind die Abendrunde gegangen. Da kommen wir beim Friedhof vorbei. Schräg gegenüber wohnen zwei Kollegen. Ich sag Euch, die sind frech und gemein, das kann man sich nicht vorstellen. Die schimpfen aus dem Garten heraus und beleidigen mich. Das kann ich mir natürlich nicht gefallen lassen. Also laufe ich da immer zu den Zaun und sage den beiden meine Meinung. So auch an diesem Abend. Ich dürfte da aber so plötzlich los gelaufen sein, dass Frauli das nicht gleich gemerkt hat und ich sie umgerissen habe. Angeblich ist Frauli am Boden gelegen. Ich hab nur gemerkt das ich plötzlich nicht mehr zurückgehalten wurde und so ganz zum Zaun konnte. Die zwei haben drinnen im Garten geschimpft – ich davor am Gehsteig. Dann ist Frauli gekommen, hat die Leine wieder genommen und mich dort weggezogen weil wir nach Hause gehen. Irgendwie war Frauli anders. Drei Tage später haben dann  Frauli und Herrli mir gesagt, dass ich jetzt zu Hause bleiben muss weil sie ins Krankenhaus fahren. Dann ist Herrli alleine nach Hause gekommen. Frauli hat im Krankenhaus bleiben müssen, weil sie drei gebrochene Rippen hatte. Herrli hat mir dann erzählt dass ich Frauli umgerissen habe und sie sich bei dem Sturz die Rippen gebrochen hat. Also ich schwöre Euch – ich habe davon nichts mitbekommen. Und wollen habe ich das schon gar nicht. Ich will doch meinem Frauli nicht ernsthaft wehtun. Nach zwei Tagen ist Frauli dann wieder nach Hause gekommen. Ich war dann ganz lieb zu ihr und sie war mir gar nicht böse. Ich soll nicht so ziehen hat sie gesagt. Das sagt sie eigentlich oft zu mir. Aber ich kann doch nichts dafür wenn Frauli so langsam geht. Wenn ich irgendeine Spur erschnüffelt habe, dann muss man dieser doch schnell nachgehen. Könnte ja sein den Verursacher dieser Spur noch zu finden. Herrli sagt das auch manchmal „Dusty, zieh nicht so!“. Na ja, vielleicht haben sie ja ein bisschen recht damit. Aber sicher nur ein bisschen.

Jetzt muss ich Euch noch erzählen, was mit Herrli vor zwei Tagen bei unserer Abendrunde war. Bahndammrunde nennt Herrli die Strecke, die wir da gegangen sind. Da kann ich immer in ein Feld hinein. Soweit die Leine mich halt lässt. So auch an diesem Tag. Ich habe geschnüffelt, markiert, wieder geschnüffelt und wieder markiert. Herrli ist ganz zum Feldrand gegangen, damit ich etwas weiter hinein kann. Als ich wieder zurück am Weg war und wir die Runde weitergingen hörte ich plötzlich ein komisches Geräusch. Ich dreh mich um und was sehe ich da: Herrli liegt am Bauch am Boden. Da bin ich sofort zu ihm hingelaufen und hab mal in seinem Gesicht geschnuppert und ihm gleich ein paar ganz dicke Bussis gegeben. War ich das wieder? Hab ich Herrli umgerissen? Ich bin doch ganz langsam vor Herrli gegangen.
Herrli hat aber gleich gesagt, dass ich nichts dafür kann. War ich beruhigt. Als Herrli dann wieder aufgestanden ist bin ich ganz brav neben ihm gegangen. Er hat mir schon beim weitergehen gesagt, dass er bei einer Wurzel hängengeblieben ist und ich nichts dafür kann. Weh getan hat er sich zum Glück auch nicht. Wir sind unsere Runde weitergegangen und ich habe mich wirklich bemüht nicht zu weit nach vorne zu laufen und nicht zu ziehen. Herrli hat auch immer wieder gesagt, dass ich heute so brav gehe. Aber eines muss ich Euch schon sagen: Als Herrli so am Bauch am Weg lag – das war irgendwie lustig.

So, jetzt muss ich wieder aufhören. Wisst Ihr, es gibt für alles mögliche schon Spracherkennung und Sprachsteuerung. Nur nicht in Hundesprache. Das ist sehr schade. Denn so muss ich immer warten bis Herrli einmal Zeit hat und er dann das schreibt was ich ihm sage. Herrli hat gemeint, dass wir das wieder öfters machen werden.

Jetzt gehe ich etwas fernsehen und dann werde ich bald schnarchi gehen.

Macht’s es gut, bis zum nächsten mal

Euer Dusty

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