Über den Wolken

muss die Freiheit wohl Grenzenlos sein. So beschreibt Reinhard Mey im gleichnamigen Lied seine Begeisterung des Fliegens. Mir geht es ähnlich. In jungen Jahren fehlte das notwendige Kleingeld um den Pilotenschein zu machen, heute fühle ich mich einfach zu alt dafür. Wie kann man trotzdem seiner Leidenschaft nachgehen? Virtuell mit einem Flugsimulator!

Seit meinem ersten Flugsimulator, ich bin mir nicht sicher ob es schon am Commodore 64 oder erst am Commodore 128 war, fasziniert mich dieses Genre. Die Grafik war einfach nur grauslich, aber man konnte ein wenig fliegen.
Mit dem ersten PC kam dann 1982 auch der erste Flight Simulator, damals von SubLOGIC, heraus.
1984 dann Flight Simulator II  und ab 1988 (Microsoft hatte SubLOGIC geschluckt) der erste Microsoft Flight Simulator  3.0 – bis hierhin alle nur mit wenigen Szenerien und Flugzeugen.
Ab dem Flight Simulator 4.0 (1989) war es dann möglich Szenerien und Flugzeuge hinzuzufügen. So ging es dann kontinuierlich weiter.
1993 kam dann der Flight Simulator 5.0, erstmals mit fotorealistischen Cockpits (eigentlich nur die Instrumentenbretter) und einer wesentlich verbesserten 3D Szenerie, die erstmals erstaunliche 256 Farben unterstützte! Gleichzeitig war es erstmals möglich von einer Szenerie in eine angrenzende andere zu fliegen.
Gleich 1 Jahr später, 1994, dann Flight Simulator 5.1 – der erste auf CD-ROM! Die Szenerien waren noch besser und die Anzahl der Flughäfen stieg von 82 auf über 300 in aller Welt.
1996 folgte – nachdem sich Windows auch als Spieleplattform etabliert hatte – der Flight Simulator 6 unter dem Namen „Flight Simulator für Windows 95“. Dieser war aber eher eine Entäuschung. Es gab praktisch nichts neues zur Vorgängerversion 5.1. Die Software lief halt in Windows. Und das mehr schlecht als recht. Viele – auch ich – blieben daher bei 5.1.
Im letzten Quartal 1997 folgte Flight Simulator 98. Die Anzahl der Flughäfen stieg auf über 3000, das System wurde modularer und Microsoft stellte ein SDK zur Verfügung. Das war der große Durchbruch. Schnell entwickelte sich eine riesige Community die Szenerien und Flugzeuge als Freeware entwickelte und zur Verfügung gestellt hat. Auch Softwarefirmen fanden diesen Markt schnell interessant und die ersten Payware AddOns kamen auf dazu. Doch konnte es mitunter vorkommen, dass eine Payware schlechter als eine liebevoll gemachte Freeware war. Die Community wuchs ständig und bei den Softwarefirmen trennte sich bald die Spreu vom Weizen.
Im Zuge der neuen Möglichkeiten begann auch das Zeitalter der virtuellen Airlines und des nun möglichen Onlinefliegens mit virtueller Luftraumüberwachung. VATSIM und IVAO entwickelten sich, Squakbox als Kommunikationsmittel (Anfangs nur als Text) usw. In diesem Jahr wurde ich auch erstmals Mitglied der „Austrian Virtual Airline“ – kurz AVA. Meine ID damals war AVA 033. Da wurde auch die Leidenschaft zur Sucht. Da ich ein Verfechter der Realitätsnähe bin waren die mögliche Zeitbeschleunigung oder das verschieben des Flugzeugs absolutes Tabu. Echtzeitflüge, meistens online, nach New York oder Peking (fast 12 Stunden) waren keine Seltenheit.
Dies ging so bis ich ab Oktober 1999 durch beruflichen Aufstieg und gleichzeitigem kennenlernen meiner lieben Frau, weniger Zeit zur Verfügung hatte. So habe ich mich langsam von meiner Sucht zu einem „normalen“ Spielverhalten reduziert. Onlineflüge habe ich total aufgegeben und auch die langen Intercontinentalflüge gab es nicht mehr.
Im November 2000 erschien dann der lang erwartete Flight Simulator 2000. Der erste, der die Erde mit einem Mesh-Modell darstellte. Erstmals war es möglich auch auf Bergen zu landen, Schluchten darzustellen usw. Der Preis dafür war im wörtlichen Sinne hoch. Gegenüber dem FS98 war ein etwa 4-fach schnellerer Rechner erforderlich!
Im Spätherbst 2002 (nach hinten verschoben wegen 9/11) kam der Flight Simulator 2002 – ohne den Twin-Towern und die generelle Kollisionserkennung wurde deaktivert um die virtuelle Nachahmung zu unterbinden. Neben AI-Traffic sind die AutoGen Szenerieobjekte die große Neurung. Die Szenerien wirken von nun an noch realer.
Im nun schon üblichen 2-jahres Rhythmus kam im Herbst 2003 dann der Flight Simulator 2004 – das Jahrhundert der Luftfahrt auf den Markt. Besondere Neuerungen gab es nicht. Einige Detailverbesserung, aber das wars auch schon.
Im Oktober 2006 kam dann die 10. und letzte Version der Flight Simulators – eben als Flight Simulator X – auf den Markt. Entwickelt speziell für das Betriebssystem Vista, nach Patch aber auch unter XP lauffähig. Die Detailgenauigkeit wurde nochmals verbessert, die Erde erstamls wirklich als Kugel implementiert. Dichter AutoGen Szenerie machte die Vegetation und Gebäude schon sehr Realitätsnah. Zusätzlich kamen bewegte Objekte – wie Autos auf Autobahnen, Schiffe und Tierherden – dazu. Das war es nun mit dem Flight Simulator. Microsoft stellte die Entwicklung ein. Ein Proteststurm der vielen Fans half nichts.
2014 hörte man erstmals davon, das Dovetail Games den Flugsimulator weiterentwickeln wird. Bis auf die FSX-Steam Edition hat sich aber bis heute nichts getan.
Summa Sumarum kann man sagen, dass der aktuellste FSX sich gegenüber dem FS2000 technisch nicht verändert hat. Viele Möglichkeiten der heutigen Prozessoren und Grafikkarten können daher nicht genutzt werden.

Im Schatten des FSX hat dann Austin Meyer mit seiner Firma Laminar Research begonnen einen neuen Flugsimulator zu entwickeln – X-Plane. Von Anfang an wurde X-Plane wegen seiner hervorragenden Umsetzung der Flugphysik gelobt. Diese wird durch die „Blade Element Theorie“ ermöglicht. Zitat Wikipedia:

Darum wird das Programm von diversen kleinen Flugzeugbauern zur Entwicklung realer Flugzeuge genutzt (z. B. bei der Entwicklung des SpaceShipOne).

Jede Version von X-Plane wird mit Zusatzatzprogrammen geliefert:

  • Plane Maker (Flugzeugeditor)
  • World Maker (Szenerieeditor) und
  • Airfoil Maker (Tragflächenprofileditor)

Spätestens mit der aktuellen Version X-Plane 11 steigen vermehrt FSX Nutzer auf X-Plane um. Neben der 32 und 64 Bit Technologie läuft X-Plane auf Windows, Linux und Mac. Mir persönlich begeistert die Tatsache, dass Landebahnen jetzt keine ebenen Flächen mehr sind sonder wo wie in der Wirklichkeit Wölbungen, Neigungen etc. aufweisen.

Und mit diesem neuen Flugsimulater hat auch bei mir eine neue Aera begonnen: Onlineflug mit Voice-ATC – as real as it gets. Gestern hatte ich meinen ersten online Flug mit Voice ATC – und ich bin begeistert. Suchtgefahr ist wieder vorhanden.

Auf der Startseite habe ich unten meinen Online-Status bei IVAO eingefügt. Dort seht Ihr, ob ich gerade Online bin mit der aktuellen Flugroute. Auf http://webeye.ivao.aero/ könnt Ihr mich dann finden.

Wer sich für X-Plane, Online fliegen etc. interessiert kann sich gerne an mich wenden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.